Montag, 7. September 2009

Rivas

Das Wochenende habe ich in Rivas verbracht. Rivas ist die größte Stadt im Umkreis und meine Anbindung an die restliche Welt, weil da alle Busse abfahren. Rivas muss man sich ungefähr so wie Biedenkopf vorstellen, allerdings nur von der Größe her. Es gibt ein ganz nettes Zentrum mit einem Park, um den herum sich alles wichtige befindet. Zwei Banken, FastFood Restaurants, ein großer Supermarkt, ein Luxushotel und ein Callcenter, von dem ich wunderbar nach Deutschland telefonieren kann. Ansonsten wars das aber auch. An sich ist Rivas eine sehr angenehme Stadt. Man kommt wunderbar zu Fuß überall hin, wenn man weiß, wo es langgeht. Sollte man sich, wie ich einmal, ganz übel verirrt haben, hält man einfach ein vorbeifahrendes Ciclo an und lässt sich an sein entsprechendes Ziel fahren. Ciclos sind Fahrradrikschas, die einen für 10 C$, also rund 40 Cent überall hinfahren. Dabei kann man sehr viel von der Stadt sehen. Blöderweise haben die Leute in Rivas das mit den Touristen noch nicht so ganz raus. Das Museum hier und das Touristenbüro mit Stadtplänen und so sind am Wochenende geschlossen... Am Plaza, also dem Zentrum, gibt es ein tolles Restaurant, das schon zu meinem Liebling geworden ist: Pizza Hot. Da gibt es richtig leckere Burger mit Pommes für 2€. Allgemein wird man als weiblicher Tourist, so wie ich einer bin, in Rivas sehr gut "umsorgt". Wenn man die Straße runterläuft, ruft ständig jemand "TAXI??" oder CICLO??". Gestern bin ich mit einem Ciclo zur Bushaltestelle gefahren und noch bevor ich aussteigen konnte, standen 4 Taxifahrer vor mir und wollten mich irgendwohin fahren. Meine Unterkunft war genauso, wie man es für 6,50€ pro Nacht erwarten kann: heiß, ohne eigenes Bad und beengt, aber immerhin mit Fenster und sauber. Heute morgen habe ich meinenRückweg ins Projekt angetreten und konnte meine erste Busfahrt erleben. Ach du meine Güte!
  • Bus
Busfahren in Deutschland: Lächerlich! Es fängt hier so an: Der Bus steht an der Haltestelle und jeder, der vorbeikommt, bekommt lautstark von einem sozusagen zweiten Busfahrer zugerufen, wo der Bus hinfährt. Während man im Bus auf die Losfahrt wartet, bequatschen einen ununterbrochen irgendwelche Straßenhändler und wollen einem Socken, Obst, Pommes, Eis, Getränke, Stifte oder DVDs verkaufen. Wenn der Bus dann endlich voll ist, geht die Fahrt los. Der Busfahrer fährt und seine beiden Mitarbeiter, sozusagen, tun das ihrige. Einer sammelt von jedem das Geld für die Fahrt ein und der andere steht in der offenen Tür und hält Ausschau nach Leuten, die mitfahren wollen. Wenn man dann endlich richtig losgehfahren ist, heißt es Geduld haben. Der Bus hält auf dem Weg von Rivas nach Limon Dos ungefähr 50 Mal an, aber nicht an bestimmten Stellen, sondern da, wo Leute klarmachen, dass sie mitfahren bzw. aussteigen wollen. Während der ganzen Fahrt wird man an irgendwelche Menschen gedrückt und gut durchgeschüttelt, während man hofft, dass der Bus nicht auseinanderfällt.

2 Kommentare:

  1. Das ganze klingt ungefähr so wie der Bericht von Jan aus Nepal bzw Indien. :D
    Bitte mehr davon ;)

    lg
    Marci

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  2. Dann bin ich mal auf den Bericht von San Jorge und Gran Lago gespannt. Hab dich lieb! Wünsche dir ein unvergessliches Wochenende.

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