Samstag, 18. Februar 2012
Mehr Freiheit
Durch die extreme Armut in Nicaragua fehlt es oft an den nötigsten Dingen, in sehr vielen Fällen auch an Essen. Besonders schwer haben es natürlich Personen mit körperlicher Behinderung, die z.B. einen Rollstuhl benötigen, da diese sehr teuer sind und es für sie meist keine Möglichkeit, das Geld dafür zusammenzusparen.
Ende des Jahres 2010 suchte die Comunidad La Paz nach neun Rollstühlen, um den Menschen dort, die einen benötigten, auch helfen zu können. Die Firma Kaphingst in Biedenkopf hat großzügigerweise zwei neue Rollstühle gespendet (Danke nochmal), die dann auf ihre Ausreise nach Nicaragua warteten. Der erste Rollstuhl flog mit mir zusammen im Februar 2011 und konnte nach einigem bürokratischen Hin und Her am 06.04.2011 an einen neuen Besitzer übergeben werden:
Dieser Mann verbrachte jeden Tag in diesem roten Pastikstuhl ohne eine Möglichkeit selbstständig das Haus zu verlassen. Durch den Rollstuhl konnte er ein ganzes Stück Lebensqualität dazugewinnen.
Beim Betreten des Hauses konnte man bereits sehen, dass die Familie ziemlich arm war: Es gab kaum Möbel und die vorhandenen waren kaputt, die Kleidung war abgetragen und löchrig... Bei der Übergabe des Rollstuhls konnte man Anzeichen von Dankbarkeit in den Gesichtern der Familie erkennen, jedoch waren sie auch von Niedergeschlagenheit geprägt. Wenn man tagtäglich mit einer solchen Armut zu kämpfen hat, fällt es schwer, bei solchen kleinen Lichtblicken die Last zu verdrängen. Ich hoffe jedoch, dass sie sich jetzt, nach einiger Zeit, doch ein bisschen mehr darüber freuen können :)
Ich muss allerdings noch sagen, dass ich den Ablauf der Übergabe alles andere als angenehm fand. Da alles über die Stadtverwaltung gelaufen ist, war auch jemand von der Verwaltung dabei-so weit in Ordnung. Jedoch kam auch der Vizebürgermeister und ließ sich ganz selbstverständlich mit dem Mann und dem Rollstuhl ablichten, als hätte er selbst ihn von Deutschland bis nach Nicaragua getragen. Ich fand es sehr schade, dass eine solche, an und für sich sehr schöne Aktion, politisch missbraucht und verfälscht wurde... daher entschied ich, für den zweiten Rollstuhl selbstständig einen neuen Besitzer zu finden... weiteres dazu im nächsten Post...
Montag, 23. Januar 2012
Vortrag über Alternativen zu Militär in Dillenburg
Im November hat sich durch Yap-cfd ein sehr netter Herr mit mir in Verbindung gesetzt, weil er von einer Dillenburger Schule eingeladen worden war, einen Vortrag zu halten. Es ging um Alternativen zu militärischen Einsätzen und er wollte gerne jemanden aus der Praxis als Unterstützung für seinen Vortrag für mehrere Politikkurse der Oberstufe.
Ich habe natürlich sofort zugesagt. Zweimal haben wir zusammen versucht, insgesamt sechs Kursgruppen an das Thema der nichtmilitärischen Möglichkeiten heranzuführen. Es war eine sehr interessante Erfahrung, zu sehen, wie die Schüler nach und nach anfingen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und dann auch selbst Fragen stellten oder Vorschläge für weitere Möglichkeiten machten.
Ich bin auch jederzeit bereit, so etwas wieder zu machen, auch mit anderen Schwerpunkten und hoffe, dass auch andere Schule so etwas vermehrt in ihren Unterricht einbauen, um den Schülern mehrere Blickwinkel eines solch komplexen Themas zu ermöglichen.
Blog wiederbeleben!
Ich werde in Zukunft wieder etwas mehr auf meinem Blog veröffentlichen, um hier wieder Leben in die Bude zu kriegen! Seit meinem Freiwilligendienst hat sich viel getan und da mein Blog noch online ist, sind hin und wieder Leute auf der Suche nach Infos über FWD und/oder Nicaragua auf meiner Seite gelandet.
Mein damaliger Rückkehrerabend in meinem Dorf war sehr gut besucht und hat vielen Menschen ins Bewusstsein gerufen wie es an anderen Orten dieser Welt aussieht. Hier ein paar Eindrücke:
Es war sehr schön, zu sehen, wie viele Menschen sich für so etwas interessieren, wenn man ihnen die Möglichkeit bietet, sich dem Thema anzunähern. Ich hoffe, dass es so weitergeht und ich noch viel mehr Menschen mit meiner Motiavtion anstecken kann!
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